…naja, eigentlich nicht. Vor allem will ich Spaß haben! Und Danke sagen!

Am 13. Juli 2016 – vor einem Jahr – habe ich angefangen, Pokémon Go zu spielen. Ob du es glaubst oder nicht, das hat mein Leben verändert. Zuallererst, weil ich mir dafür – ja, kein Witz! – mein neues iPhone 6s plus gekauft habe!

iPhone und Verpackung

Außerdem träumte ich schon mit zehn Jahren, wie die halbe Welt auch, davon, Pokémontrainerin zu werden mit einem treuen, starken und leidenschaftlichen Glumanda an meiner Seite. 18 Jahre habe ich gewartet und der Traum wurde wahr. Eine App runterladen, registrieren, kurz zögern, um einen Namen auszusuchen, „Bestätigen“ antippen und auf geht es in ein Abenteuer, das direkt vor der Haustüre beginnt!

Lizzi88M spielt Pokémon Go

Mit mir ist etwas passiert, das ich nicht erwartet habe. Ich wusste, dass das Spiel genau das Richtige für mich ist, denn Spazierengehen ist meine Spezialität. Schon davor war ich ständig unterwegs, wollte nie auf den Bus warten und lieber zu Fuß die Welt durchschreiten. Mit Pokémon Go erreichte dieses Hobby dann das höchste Level. Aber da war noch mehr… plötzlich erhöhte sich nicht nur die Anzahl der von mir zurückgelegten Kilometer, sondern auch meine Motivation und Lebensenergie. Was früher undenkbar war, fiel mir mit einem Mal kinderleicht! Auf andere zugehen, nach dem Level fragen, sich gemütlich zu einer Gruppe Item-Farmer setzen, einen plätschernden Brunnen im Rücken, gemeinsam über eine seltene Erscheinung freuen und ganz neue Wege entdecken – im wahrsten Sinne des Wortes: Für mich als Sehbehinderte ist Google Maps relativ unübersichtlich, da die Linien sehr fein sind, der Hintergrund hell und alles einigermaßen schwer zu erkennen ist. Die Karte von Pokémon Go, bestechend durch die Einfachheit, führte mich auf Pfade, die ich mich zuvor nicht zu gehen wagte. In einer Gegend, die ich seit meiner Kindheit kannte, fand ich Abkürzungen, traute mich, weiter zu gehen, als das, was ich kannte und erforschte so die Stadt trotz Sehbehinderung „spielend“. Von einer Arena zur nächsten, alle PokéStops mitnehmend, Eier ausbrütend und immer bester Laune… so sollte eine Pokémon-Abenteuerreise sein!

Screenshot: Arena besiegt

Durststrecken gab es für mich eigentlich nie. Jedes neue Update brachte wieder frischen Wind ins Spiel. Ein Highlight war sicherlich das Erscheinen der zweiten Generation oder auch das neue Arenensystem sowie die RAIDs!

Raid mit Tyracroc

Aber abgesehen von den Meilensteinen, die alle mitgemacht haben, habe ich auch eigene gesetzt! Zum Beispiel habe ich das ganze Jahr lang, bis zum vorletzten Wochenende kein einziges Relaxo gefangen oder gebrütet. Offengestanden war ich mir schon sicher, dass irgendwo in der Matrix ein Code hinterlegt ist, dass dieses Pokémon für mich sperrt… gut, ein Wochenende vor dem Einjährigen ist dann auf einer Neckar-Tretbootfahrt mit traumhaftem Blick auf das sonnenbeschienene Heidelberger Schloss mein erstes Relaxo geschlüpft! Drei Tage später übrigens das zweite direkt hinterher…

Screenshot eines geschlüpften Relaxos

Ich liebe das Spiel – es bringt Menschen zusammen, weckt Kindheitserinnerungen und -träume, bewegt, ist spannend, zieht in die Natur, fördert Kommunikation, erfordert etwas Taktik und macht so viel Spaß, dass ich immer noch kaum glauben kann, dass das Ganze kostenlos ist.

Danke für ein Jahr Kantoreisen durch Europa, danke für neuen Mut, alte Werte und eine grandiose Zeit!

PS: Ich freu mich schon irre auf Oberhausen und weitere spannende Abenteuer!

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