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Alle Jahre wieder bricht der Weihnachtswahnsinn los. Für viele stressig, hektisch, ungemütlich – für Mensch und Umwelt. Konsum, Zwänge, Frust…

Bei mir ist das nicht so. Pünktlich zum ersten Advent lasse ich mich freudestrahlend in die lichterfunkelnde, zimtduftende fünfte Jahreszeit fallen. Völlig entspannt. Ich tauche ein in diese traumhafte Zeit, die all meine Sinne verzaubert.

Nicht ganz einfach, wenn die gesamte Gesellschaft verrückt zu spielen scheint. Aber machbar. Das sind meine drei „Geheimtipps für besinnliche Weihnacht“.

Mehr Intensität durch bewusstes Erleben und Feiern

„Weihnachtsstress“ – ein Wort, das ich nicht kenne. Zum Glück. Jährlich beobachte ich Menschenmassen, die sich panisch, etwas zu verpassen, über Weihnachtsmärkte drücken, Stände und Läden belagern, wüst das Geschenkpapier an der dm-Verpackstation herunterreißen und anstatt besinnlich kurz vor der Besinnungslosigkeit sind. Händeringend zermartern sie sich den Kopf über Geschenke und jonglieren verzweifelt Terminlawinen.

Da bin ich raus. Ich feiere Weihnachten bewusst! Indem ich mich auf das Wesentliche besinne. Überraschung: Es kommt jedes Jahr wieder. Ein Glühwein weniger ist also kein Weltuntergang. Und was immer du auch Wunderhübsches auf dem Handwerkermarkt findest, entspann dich. Garantiert gibt es etwas Vergleichbares einen Sonnenumlauf später. Und selbst wenn nicht. Na und? Du verpasst nichts. Das ist eine Illusion.

Es hilft ungemein, einen Schritt zurückzutreten und sich vom Irrglauben zu lösen, wir müssen alles haben, alles mitmachen und überall dabei sein, sonst haben wir nicht richtig gelebt und nicht alles ausgekostet. Das stimmt nicht. Unser Alltag ist dermaßen überflutet an Werbung, Möglichkeiten und Eindrücken, dass es geradezu essentiell ist, Dinge bewusster zu tun. Dass wir auswählen, anstatt alles auf uns herunterprasseln lassen. Indem wir uns von Unnötigem distanzieren, schaffen wir mehr Raum für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die, die wir nicht missen möchten.

Mit diesem Gedanken kann ich guten Gewissens eine bezaubernde Duftkerze zurückstellen und mir denken: „Die Welt geht nicht unter, wenn ich sie nicht kaufe“. Sie dreht sich außerdem weiter, wenn ich nicht mit jedem meiner Bekannten auf dem Weihnachtsmarkt war. Nach Weihnachten bauen die Buden ab, aber Freundschaft ist ganzjährig.

Kleines Vanillekipferl: Lasse dich entschleunigt und mit allen Sinnen auf Weihnachten ein. Schlendere mal ganz für dich durch die Straßen, bestaune die strahlenden Lichterketten, lausche den Straßenmusikanten, schnuppere die Aromakomposition aus Sternanis, Lebkuchen und frischen Tannenzweigen, gönn dir eine Tüte Walnüsse und fühle die winterliche Kälte an deinen Fingern, die dir auf der Schwelle zum Schmerz zeigt, dass du am Leben bist!

Nachhaltigkeit ist gut zu Umwelt, Geldbeutel und mir!

Mir tue ich durch bewusstes Erleben und Entschleunigung etwas Gutes. Jetzt ist die Umwelt dran!

Wiederverwenden: Ich verzichte auf Geschenkpapier. Reste brauche ich auf, Neues wird nicht gekauft. Kein Papier, keine Schleifen, kein Schnickschnack. Zugegeben, es sieht schön aus, aber dafür muss ich nicht zwangsweise den Bastelladen plündern. Lieber sammle ich Deko und unversehrte Verpackungen, die ich bekommen habe. In einer Schublade häufen sich bunte Tüten und Schächtelchen und warten auf ihren Einsatz. Du brauchst auch nicht unbedingt Geschenke kaufen – es gibt unglaublich schöne Sachen zum Selbermachen wie diese herrliche Schoko-Kirsch-Marmelade. Ich habs (aus)probiert – kam hervorragend an!

Selbermachen: Ich setze gerne auf schön UND praktisch. Man kann Mandarinen, Lebkuchen und Kerzen hübsch drapieren. Es muss nicht die straßenerleuchtende fünffarbige Lichterwand sein. Lieber ein paar schlichte Teelichter in selbstgestalteten Marmeladengläsern. Es gibt so viele Alltagsgegenstände, die man aufwerten und umfunktionieren kann. Das ist nicht nur nachhaltiger, es schont auch den Geldbeutel. Und noch besser: Basteln macht Spaß und tut der Seele gut. Glaubst du nicht? Probiere es mal! Letztes Jahr habe ich einen handgeschriebenen Wunschzettel gestaltet. Der kleine Kreativbesuch in der Kindheit hat mir unsagbar gut getan! Falls dir Ideen fehlen, helfen dir unzählige Kreativforen für selbstgemachte Weihnachtsdeko oder unkonventionelle Verpackungen.

Verzichten: Wir haben keinen Weihnachtsbaum. Wie? Was? Das ist doch kein Weihnachten, sagst du vielleicht. Ich frage mich, wie viele Weihnachtsbäume es braucht, damit es ein richtiges Weihnachten ist? Auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, in Kaufhäusern und gefühlt an jeder Straßenecke steht ein grüner Kegel, den ich bewundern kann. Und etwas bemitleiden. Wenn ich daran denke, dass eine stolze Tanne oder Fichte geköpft wird, damit wir zwei-drei Wochen einen schmucken Baum in der Bude haben, fällt die Entscheidung leicht. Ich brauche das nicht. Ich will das gar nicht. Das Vorhandensein eines Weihnachtsbaumes bestimmt nicht über meine Weihnachtsstimmung. Das liegt an mir allein.

Nette Alternative: Wer kein nadelndes Bäumchen möchte, kann sich eines aus Metall besorgen. Diese sind mehrjährig, müssen nicht gegossen oder entsorgt werden und bieten vielfältige Möglichkeiten der Gestaltung. Diesen zum Beispiel. 

Ich schenke Zeit und wünsche mir Zeit

Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt, dass ich viel weniger brauche, als ich früher zu brauchen glaubte. Was braucht ein Mensch wirklich? Zum einen Grundlegendes wie Nahrung, Wasser, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Darüber hinaus soziale Kontakte und Erfahrungen. Mehr nicht. Alles Weitere ist Luxus. Kann schön sein, ist aber für Glück nicht notwendig.

So bin ich auf den Gedanken gekommen, gemeinsame Zeit zu verschenken. Alles andere können sich meine Lieben selbst kaufen. Darum lade ich sie zum Essen, Wandern oder Verreisen ein.

Dasselbe wünsche ich mir von ihnen. Wann immer ich gefragt werde, zücke ich meine bucket list voller Dinge, die ich in meinem Leben machen möchte. Am liebsten mit denen, die mir am Herzen liegen. Der perfekte Wunschzettel!

Zur bucket list!

Für den Impuls für diesen Artikel bedanke ich mich bei Elisa mit ihrer tollen Blogparade „Nachhaltiges Weihnachten“.

Was ist dein Rezept für nachhaltige, besinnliche und bewusste Weihnachten? Wie feierst du?


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2 Kommentare zu „Weihnachten bewusst genießen: meine Geheimtipps für echte Besinnlichkeit!

  1. Ein wirklich toller Beitrag, finde ich. Danke, Lizzi! Und ich staune selbst: Ich war nicht weihnachts-shoppen, (noch) nicht auf dem Weihnachtsmarkt, habe statt dessen vor dem 1. Advent ganz traditionelle, Jahr für Jahr von uns wiederverwendete, Weihnachtsfiguren aufgestellt und mich am Licht echter Kerzen erfreut. Einen Baum haben wir, aber im Topf – und nach Weihnachten darf er im Garten weiterleben!:-)
    Lieben Gruß, Sarah

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