Durch meine diversen Augenerkrankungen – unter anderem Zapfen-Stäbchen-Dystrophie (ZSD), Drusenpapillen und Nystagmus – bin ich nicht nur hochgradig sehbehindert mit einem Sehrest variierend zwischen sieben und unter fünf Prozent, sondern bin obendrein extrem lichtempfindlich. Selbst bei verhangenem Wetter benötige ich eine dunkle Brille, um das Maximum meines zugegebenermaßen bescheidenen Sehpotentials nutzen zu können.

Sonnenbrille ist nicht gleich Sonnenbrille!

Wer ebenfalls unter Photophobie leidet, wird mir da sicher zustimmen. Man hat die Qual der Wahl zwischen handelsüblichen Sonnenbrillen in grau, blaugrau, braun oder grün mit unterschiedlichen Tönungen oder Kanten- und Polarisationsfilterbrillen. Es gibt viele Kombinationsmöglichkeiten und gleichzeitig viele Wunschvarianten, die es nicht gibt. In diesem Brillendschungel soll man sich dann zurechtfinden und die ideale Sehhilfe für sich finden.

Licht ist nicht gleich Licht

Mal steht die Sonne tief, mal hoch, mal ist der Himmel wolkenverhangen oder verregnet oder es schneit sogar. Und dann gibt es ja noch Sommer und Winter. Den meisten wird schnell klar: eine einzige Brille ist nicht unbedingt die ideale Lösung für jedes Wetter. Stattdessen muss man wechseln, optimieren, ausprobieren…

Lizzi lächelnd vor Neapel und dem Vesuv.

The Road so far…

Mein Sonnenbrillenweg reicht bis in meine frühste Kindheit zurück. Damals trug ich eine braune Brille mit Stärke. Später erhielt ich eine Kantenfiltersonnenbrille. Doch irgendetwas hat mir nie so recht gepasst. Mal konnte man durch meine Dioptrien nur eine schmale Brille nehmen, obwohl möglichst große Gläser mir am angenehmsten sind, mal war etwas mit dem Gestell. Alles irgendwie nie das Richtige.

Eine ganze Weile lang trug ich eine handelsübliche Sonnenbrille von Ray Ban, die sich eigentlich mein Freund gekauft hatte, die er aber leider nie wieder sah – nur auf meiner Nase. Sie war grau, 85 Prozent getönt mit Polfilter und bis dato das Beste, was ich kennengelernt hatte. Den Kantenfilter hatte ich bereits Jahre zuvor an den Nagel gehängt, die Stärke in den Gläsern auch. Wie, was, fragst du? Es ist ganz einfach, das Gravierendste an meiner Sehbeeinträchtigung ist für mich die Blendempfindlichkeit. Darum verzichte ich lieber darauf, kleine Texte halbwegs entziffern zu können, wenn ich dafür einigermaßen durch meine Umgebung navigieren kann, wenn ich Treppen erspähen, Laternenmasten ausweichen und Wege finden kann – jedenfalls so einigermaßen. Aber richtig zufrieden war ich nicht. Meine kognitive Orientierung ist extrem gut, aber was nützt mir das, wenn meine Augen da nicht mithalten können? Vieles scheiterte bei mir an der Helligkeit.

Und dann hat sich etwas verändert: Everest kam in mein Leben.

Lizzi lehnt an einem Geländer

Den Gipfel erklommen – Everest verändert alles!

Die Rede ist nicht vom Mount Everest, sondern von einer Gletscherbrille der Marke cébé mit dem bedeutungsvollen Namen „Everest“. Ein blaugraues Schmuckstück, das mit belüfteten Bügeln, sportlichem Design und einer Tönung der Kategorie 4 überzeugt. Besonders klasse: ein abnehmbarer, magnetischer Blendschutz verhindert zusätzlichen Lichteinfall von Seiten der Bügel. Mein Modell findest du hier.

Nein, ich werde nicht von cébé gesponsort *zwinker*. Ich bin nur so dermaßen begeistert, dass ich meinem neuen Alltagsverbesserer am liebsten einen kleinen Thron ausgelegt mit Brillenputztüchern bauen möchte. Das Teil hat es in sich, sage ich dir! Ich hätte niemals zu träumen gewagt, dass ein paar Prozent so einen gravierenden Unterschied machen können! Meine bisherige Brille hatte eine Tönung von etwa 85 Prozent, was sehr dunkel ist, aber nichts im Vergleich zu wundervollen, tiefdunklen 92-97 Prozent Tönung. Eine genaue Zahl habe ich nicht, aber die Kategorie 4 umfasst Brillen mit drei bis acht Prozent Lichtdurchlässigkeit. Insofern ist mein Weltverdunkler und Herzerheller mindestens sieben Prozent lichtundurchlässiger als meine vorherige Brille.
Und ich merke es jeden Tag – es ist anders!

Das Gras ist grüner

Das ist keine Floskel, so ist es wirklich. Durch meine Gletscherbrille wirken besonders Grüntöne extrem saftig, sodass ich sogar an Regentagen den Wiesenstreifen neben unserem Haus anhimmle.

Aber meine Welt ist nicht nur schöner, sondern auch sicherer. Ich kann jetzt aus der S-Bahn aussteigen und direkt den Bahnsteig verlassen. Zuvor musste ich mich immer kurz an die Seite stellen, bis meine Augen sich einigermaßen umgewöhnt hatten. Jetzt trete ich unmittelbar den Heimweg an.

An verregneten Tagen, wenn Grau in Grau zu einer echten Schwierigkeit für mich wurde – ganz besonders, wenn die Straße regennass glänzte und spiegelte – gehe ich mit glatter Stirn frei von Sorgen- und Anstrengungsfalten durch die Stadt. Herrlich, ich merke richtig, wie sich meine Augen entspannen und ausruhen können.

Wo ich vorher zögerte, sondierte, blind lief, da sehe ich jetzt genug, um klarzukommen. Natürlich bin ich immer noch hochgradig sehbehindert und blendempfindlich, aber meine Mobilität hat sich dadurch erheblich gebessert.

Lizzi lässig vor Graffiti

Durch Zufall auf Gold gestoßen

Danken kann ich weder einem Optiker noch einem Augenarzt. Vielmehr brachte mich eine tolle Frau im NikoSehzentrum in Stuttgart auf den Trichter. Ich war dort, um eine neue Kantenfilterbrille zu testen und klagte darüber, dass es einfach keine Brille gäbe, die für mich dunkel genug sei. Da meinte sie, ich könne ja mal eine Gletscherbrille aus der Sports Optic testen. Zuerst schossen mir Bilder durch den Kopf, dass ich dann mit einem riesigen Ding vor den Augen – so im Taucherbrillenstyle – herumlaufen müsste. Aber Meister Google klärte mich schnell auf, dass Gletscherbrillen von human bis sportlich zu haben sind.

Darum ging es ruckzuck zum Globetrotter, wo ich extrem freundlich und hilfsbereit beraten wurde. Der kompetente Verkäufer ging mit mir raus, damit ich die Gletscherbrille im Tageslicht testen konnte. Wie durch eine glückliche Fügung klarte sogar der verhangene Himmel für den Test auf und Sonnenstrahlen bewiesen, wie anderes, wie gut diese Gletscherbrille für Sehbehinderte wie mich ist.

Jetzt bin ich einfach nur happy, dass ich mal etwas gefunden habe, das mir wirklich hilft und das mit etwa 100 Euro auch erschwinglich ist. Keine Krankenkasse, die mal wieder nein sagt, kein Augenarzt, der mir kein Rezept ausstellen will, weil ich ja „noch zu gut“ sehe. Nein, diese Wohltat konnte ich mir selbst gönnen und ich genieße jeden sprichwörtlichen und buchstäblichen Augenblick mit ihr!

Falls es auch dir nicht dunkel genug sein kann, rate ich dir unbedingt eine Gletscherbrille zu testen! Es kann dein Leben wirklich positiv verändern und dir eine echte Hilfe sein.

Verrate mir doch deine Brillengeschichte in den Kommentaren – und wenn dir mein Beitrag gefallen hat oder du denkst, andere sollten unbedingt vom Wunder der Gletscherbrille erfahren, dann teile ihn doch bitte! Hilf mir, andere Menschen zu erreichen.

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