Als junge Frau mit Handicap erlebt man die Welt aus einer einzigartigen Perspektive heraus und stellt fest, dass viele Dinge – die Gesellschaft und Mitmenschen betreffend – ganz anders sind, als man es vermuten würde… man entdeckt Verhaltensmuster und Umgangsformen, die einem das Herz aufgehen lassen…

WEIẞ

Wunderschön, wie manche Menschen einem das Leben versüßen können, indem sie mit ihrer zauberhaften Macht einen Funken springen lassen, der als strahlendes Lächeln und Wärme im eigenen Herzen aufgeht. Sie erhellen den oft so düsteren Weg, der von übermenschlich großen Barrieren überschattet wird.

Unsere Gesellschaft ist nicht für Menschen mit Behinderung gemacht, „Inklusion“ tönt es an vielen Ecken, doch wie verrückt ist es, dass das überhaupt gefordert werden muss? Zum Glück ist die Gesellschaft nur ein Abstrakt, das sich in Wahrheit auf echte Menschen gründet. Der große, konstruierte Gedanke, der sich immer weiter vom Kern des Echten entfremdet, hat viele Haltlose in seiner Flut davon gespült, hinfortgetragen aus der Natürlichkeit. Doch jene, die tiefe Wurzeln haben, stehen standhaft im Strom und trotzen dem Vergessen.

Diese Perlen sind es, die sich wahrhaftigen Verständnisses rühmen können, diese Juwelen tragen Menschlichkeit im Herzen und stehen mir so oft zur Seite, wenn die im Fluss Fortgerissenen versuchen, mich mit in die Tiefe zu ziehen.

Ich weiß, wie stark ich bin, was ich kann, was ich aushalte

Niemals werde ich aufgeben und den Kampf, falls nötig, alleine kämpfen. In Heidelberg habe ich wie noch nie zuvor gelernt, wer und zu was ich fähig bin.
Doch genau in dem Augenblick, indem ich weiß, dass ich es um jeden Preis alleine schaffen werde, ungeachtet aller Konsequenzen und Kosten, treten Engel in mein Leben. Sie sagen mir mit ihren Botschaften „Wir wissen, dass du es alleine kannst. Aber das musst du nicht.“

Engel können so viele Gestalten annehmen…

…und auf unterschiedlichste Art und Weise helfen. Eine meiner Lichtgestalten konnte neulich mein Leid verstehen, weil sie die Worte begriff, die für alle anderen wie eine Fremdsprache klangen. Einige weitere Schutzgeister traten spontan und ungerufen an meine Seite, als ich Weggefährten für einen schwierigen Pfad benötigte und sie nahmen mich in ihre Mitte, ohne zu urteilen, nur um zu helfen, echt und unkompliziert. Andere hörten zu, ohne zu werten, sahen, ohne herabzuschauen und sprachen frei von Verschleierung.

Ja, ich höre viele Stimmen – jene, die fordern, bestimmen, zweifeln, lügen… jene, die aufrichtig sind, Wahres sagen, ohne Furcht Worte der Liebe wählen, die erkannt haben

Je weniger man sieht, umso mehr erkennt man. Es sind jene, denen meine DANKBARKEIT gilt, die nicht aus Pflichtgefühl helfen. Jene, die in mir eine von ihnen sehen, nicht höher oder tiefer gestellt. Jene, die mich genauso annehmen, wie ich sie annehme, die meine Behinderung nicht als Defizit sehen, sondern als Teil von mir, so, wie ich scheinbare Unzulänglichkeiten ihrerseits als zu ihnen gehörig betrachte.

Wahre Freundschaft, echte Hilfe, tatsächliche Nächstenliebe resultiert aus Mitgefühl, nicht Mitleid. Indem wir empathisch sind und zwischen uns den lebendigen Funkensprung erlauben, blicken wir erhellt hinter Fassaden und lassen ganz im Sinne der Wechselwirkung andere in unser Innerstes sehen. Dort finden wir eine gemeinsame Ebene, ein geteiltes Feuer der Liebe, denn wir sind einfache Menschen, die den Schleier des Trugs als lästig und irritierend betrachten und wann immer es möglich ist, vehement niederbrennen, weil sie wissen, dass alles, was zählt, darunter liegt.

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