Wenn ich so auf 2018 zurückblicke, kommt mir immer wieder eine Frage in den Sinn: „War das wirklich alles dieses Jahr?“

Ich habe so viel gemacht, so viel erlebt, so viel ausprobiert, gelernt, erkannt, erlitten und genossen, dass es unfassbar scheint, dass alles in diesen 365 Tagen gewesen sein soll… nachdem 2017 eher bescheiden in seiner zweiten Hälfte war, wusste ich, dass ich ein Hammerjahr brauche und das habe ich bekommen.

Meine Highlights 2018

  • Liebe auf die Probe stellen: eine unerwartete Begegnung hat mir gezeigt, dass ich schon habe, was ich will und ich konnte mich erneut bewusst dafür entscheiden
  • Mein Freund hatte eine Operation am 60. Geburtstag meiner Mutter
  • Fünf Tage auf dem Schwabenweg von Konstanz nach Einsiedeln pilgern mit einer Gruppe Fremder, die zu Weggefährten wurden
  • Tandem fahren ausprobieren: ich gebe es zu, ich bin entflammt und spiele mit dem Gedanken, mir ein Tandem zu kaufen…
  • Kämpfen: ich wurde aufs Niederträchtigste zu Unrecht von einer feigen Ratte aus Eigennutz für etwas verantwortlich gemacht, für das ich überhaupt nichts konnte – dagegen habe ich mich erfolgreich gewehrt
  • Marokko: meine erste Reise, die einen Reisepass erforderte
  • Madeira: ich bin verliebt in die Perle des Atlantiks und freue mich aufs nächste Mal
  • Amsterdam: einfach eine klasse Stadt, die ich immer wieder gerne besuche!
  • Bodenseeausflug: auch wenn die große weite Welt voller Wunder ist, sollten wir die Schönheit vor unserer Türe nicht vergessen (Aufs Schifffahren und Mainau!!!)
  • Pokémon Go Safari-Zone in Dortmund besuchen: es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man mit hunderttausenden anderen PoGo-Freaks eine Leidenschaft teilt
  • Nase angebrochen: ich habe mir tatsächlich selbst die Nase angebrochen – zum Glück, ich wollte schließlich schon immer mal am Dortmunder Bahnhof sitzen, Wasser und Traubenzucker geschenkt bekommen und gefragt werden, ob man den Notarzt rufen soll
  • Neuen Job beginnen: Schluss mit Chaos, Schwachsinn und Größenwahn und her mit einem soliden, spannenden und zukunftsfähigen neuen Job im Herzen von Stuttgart
  • 3 ½ Monate frei haben: aufgrund verschiedener Umstände hätte ich diesen Sommer über drei Monate frei und habe sie genossen wie kaum eine Zeit zuvor, auch wenn ich das „Nichtstun“ zunächst anstrengend fand… dann kam ich doch in eine wundervolle Schaffensphase nach eigenem Ermessen
  • Ein Buch schreiben: jajaja, natürlich ist es noch nicht fertig, aber sechs wunderbare, spannende Kapitel stehen schon!
  • 30er wunderschön feiern: die Liebe spüren, die Reife genießen und auf die Zukunft anstoßen, das nenne ich einen tollen Geburtstag!
  • Bloggen: wie im Vorjahr hat mich das Webloggen begleitet und zu großartigen Unterhaltungen mit Gleichgesinnten und mit mir selbst geführt
  • Alten Ballast abwerfen: jeder hat Altlasten, so auch ich. Einige habe ich überwunden und hinte mir gelassen und mit vielem, das mich früher aufgeregt und gestört hat, habe ich meinen Frieden gemacht.
  • Trauzeugin geworden für meine beste Freundin
  • Interviewt werden: es war mal etwas anderes
  • Mich intensiv mit meiner Behinderung auseinandersetzen: auf dem Gebiet hat sich vieles getan, zum Beispiel habe ich beschlossen, die Verantwortung etwas abzugeben und mich zu kennzeichnen. Außerdem merke ich, wie sehr mich das Ganze – insbesondere die Abhängigkeit – belastet…
  • Escape-Room ausprobieren
  • Eine alte Freundin wiedergefunden
  • Southside-Festival besuchen: endlich ergab sich die Gelegenheit einen langegehegten Traum wahrzumachen! Dumm nur, dass ich mich in Festivals verliebt habe und jetzt ganz verzweifelt hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder jemanden finde, der mit mir dieses coole Abenteuer beschreitet!
  • Feuerwerk in Heidelberg mit meiner Familie anschauen
  • Feuerwerk Flammende Sterne
  • Feuerwerk Lichterfest Stuttgart
  • Hochzeiten besuchen: ich gebe es zu, ich liebe Hochzeiten und dieses Jahr durfte ich sogar auf zwei <3
  • Neue Ziele setzen – so schön das Jahr auch war, mir sind viele Baustellen aufgefallen, die es zu bearbeiten gilt!

Ich habe das Leben in vollen Zügen genossen, bin über mich hinausgewachsen und habe viele neue Erfahrungen gesammelt. Außerdem habe ich tonnenweise Erkenntnisse gewonnen! Wie immer entwickle ich mich ständig weiter und lerne dazu, ich hinterfrage mich und andere und ziehe meine Schlüsse.

Willkommen in der Schattenwelt

Mein lieber Leser, ich will dir jedoch nichts vormachen. Auch dieses grandiose, atemberaubende Hammerjahr hat natürlich seine Schattenseiten. Gerade gegen Ende ist mir wieder aufgefallen, wie einsam ich mich häufig fühle. Das überkommt mich von Zeit zu Zeit, aber so lange und intensiv wie in den vergangenen Monaten hatte ich es noch nie. Es ist eine so tiefverwurzelte Einsamkeit, die einer eiskalten Hand gleich mein Herz packt und gefrieren lässt, dass ich in besonders schweren Stunden fürchte, nie wieder Freude empfinden zu können. Ich bin in diesen Momenten kurz vor dem Ersticken, weil die Verzweiflung mir den Atem raubt. Mein heftigster Gedanke in dieser Phase war, dass wenn ich meine Eltern nicht mehr habe, dass ich dann ganz alleine auf der Welt bin und mich niemand mehr wirklich liebt. Es tut so entsetzlich, so unsagbar weh! Als würde mich ein Eiskristall durchbohren. Dieses Gefühl ohne Liebe zu sein – ich glaube, das ist Sterben. Ich hoffe sehr, dass diese Gedanken wieder weniger werden, dass mich wieder mehr Wärme erreicht und ich nicht immer nur alles aus mir selbst schöpfen muss.

Sonnenkriegerin

Versteh mich nicht falsch – ich bin kein depressiver Mensch, aber ein Grübler, ein ätzend idealistischer Dichter und Denker, jemand, der träumt und hofft und wünscht und ein bisschen süchtig nach dem Lebendigsein ist. Ich habe durch meine Behinderung so viel verpasst und so viel erdulden müssen, ich musste auf Etliches verzichten und es quält mich permanent. Ich bin gefangen in einem viel zu kleinen Körper für einen gewaltigen, mächtigen, edlen Geist. Das Ganze kompensiere ich mit einem immensen Energiepensum, das mich voranbringt. Wo Hindernisse sind, suche, grabe, schaufle, baggere ich mir Umwege, ich hacke und schneide mich durch das Gestrüpp, scheuere mir Hände und Knie auf beim Stolpern auf Geröll und der Schweiß läuft mir ins Gesicht, wenn ich versuche, Steilwände zu erklimmen, weil der „normale“ Weg für mich versperrt ist. Und wenn ich dann bei den allerletzten Energiereserven angekommen bin, halte ich kurz inne, schaue mich um und bin alleine, jedenfalls meistens.

In mir ist so viel Tatendrang, so viel Energie, so viel Lebenslust – ich möchte alles Mögliche ausprobieren, testen, anschauen, erleben… mit Handicap ist das wahrlich nicht so einfach. So oft würde ich gerne, aber es scheitert dann an fehlenden Kontakten zu Gleichgesinnten und ich bin wirklich niemand, der leicht andere Leute kennenlernt und Vertrauen wächst ja schließlich auch nicht auf Bäumen. Vielmehr wurde mein Vertrauen sogar stark erschüttert, ganz besonders, als es mir einige Wochen sehr schlecht ging. In einer solchen Zeit erkennt man sehr schnell und deutlich, wem man wahrhaft am Herzen liegt und ich bin für die Aufmunterungsversuche und lieben Worte, das Zuhören und Kraftspenden so unsagbar dankbar. Natürlich weiß ich, dass es noch ein paar mehr Menschen gibt, die mich vermutlich liebhaben. Vielleicht waren diese selbst mit sich beschäftigt, vielleicht haben sie meinen Schmerz nicht gesehen, vielleicht kennen sie mich vorwiegend als stark und nehmen es nicht ernst, wenn ich sage, dass es mir nicht gut geht, dass ich keine Kraft mehr habe und dass ich wahrhaft fertig bin… heutzutage lässt man sich nur allzu leicht ablenken… Ich hoffe, dass der ein oder andere im nächsten Jahr wieder zu mir zurückfindet und ich feststelle, dass mich doch mehr Liebe umgibt, als ich momentan sehen kann.

Das Wichtigste ist jedoch, dass ich mein inneres Licht nie verliere, dass ich weiterscheine und das Leben mit allen Sinnen bejahe – denn leben heißt lieben! Es hat schon immer so viele Hindernisse gegeben, ob es Mobbing in der Schule, Egoismus von Freunden und Bekannten, Hürden in der Bürokratie oder nicht zuletzt meine eigenen Dämonen waren, mir wurden und werden andauernd Steine in den Weg gelegt und ich weiß, dass ich mir alles, was ich mir wünsche, hart erkämpfen muss. Aber ich bin bereit, es mit der Welt aufzunehmen und mir zu verdienen, was ich mir so sehnlich wünsche! Ich habe so unsagbar viel Liebe zu geben, will so viel erleben und ich hoffe, dass wenn ich mir selbst treu bleibe, wenn ich nie aufgebe und immer weiter strahle, dass dann etwas zurückkommt und das Licht, das ich in die Welt schicke, auch für mich scheint. Und vielleicht sind noch ein paar andere Lichter in der Dunkelheit, die einen Platz in ihrem Herzen für mich haben und mich an ihrem Licht teilhaben lassen möchten.

2019, zeig mir was du hast! Ich bin bereit für dich und freue mich auf neue Abenteuer, neue Herausforderungen, Überraschungen und große Gefühle!


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